Radiologie, Neuroradiologie und Nuklearmedizin/PET-Zentrum

Im Krankenhaus Ludmillenstift wird unter der Leitung von Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Walter Möller-Hartmann die gesamte Palette radiologischer und neuroradiologischer Leistungen auf höchstem, universitätsähnlichem Niveau angeboten.

Die Medizintechnik ist in den letzten Jahren komplett erneuert worden. Ob digitales Röntgen, digitale Mammographie, 64-Zeiler-CT, Kernspintomograph 3 Tesla oder Zwei-Ebenen-Angiographieanlage – die Ausstattung erlaubt präzise und zügige Diagnosen. Für ein überregionales Traumazentrum wie das Krankenhaus Ludmillenstift ist das eine Grundvoraussetzung. Die Meppener Radiologen und Neuroradiologen sind jedoch nicht nur diagnostisch tätig, sondern haben sich auch in der Anwendung minimal invasiver Heilungsverfahren mittels endovaskulärer Kathetertechnik („Schlüssellochchirurgie“) über die Grenzen des Emslandes hinaus einen Namen gemacht. Selbst lebensbedrohliche Gefäßeinengungen und andere Gefäßerkrankungen (z. B. zu Blutungen führende Hirnarterienaneurysmen oder andere Gefäßmissbildungen), die nicht offen operiert werden können, können neuroradiologisch dauerhaft beseitigt werden.

In der Therapie des Hirninfarktes (Schlaganfalls) nimmt die Neuroradiologie mittlerweile eine Schlüsselposition ein: Spätestens seit Ende 2014 ist durch mehrere internationale Studien bewiesen, dass die endovaskuläre Wiedereröffnung der bei einem Schlaganfall verschlossenen Hirngefäße mit einem bis ins Schädelinnere vorgebrachten Mikrokatheter und sog. Stent (ähnlich einem Fangnetz aus speziellen Metall) zur Bergung des Blutgerinnsels, das schließlich in einen Hohlkatheter abgesaugt wird, als Goldstandard in der modernen Schlaganfalltherapie anerkannt ist. Dieses Verfahren, das auch als „mechanische Thrombektomie“ bezeichnet wird, wird von den Ärzten der Neuroradiologie Tag und Nacht rund um die Uhr durchgeführt und kommt überregional einer großen Anzahl von Patienten zugute, da in der gesamten Umgebung – Ostfriesland, dem Emsland, der Grafschaft und den benachbarten Niederlanden – keine weitere Abteilung mit einer entsprechenden Expertise etabliert ist.

Die Abteilung verfügt außerdem über modernste nuklearmedizinische Geräte (PET-CT, SPECT-CT) zur Diagnostik verschiedener Tumoren sowie Knochen-, Herz- und Stoffwechselerkrankungen. Leiter des PET-Zentrums und der Nuklearmedizin ist Dr. Ulrich Schmidt.

 

Unsere Schwerpunkte

Die Kernspintomographie (auch Magnetresonanztomographie bzw. MRT) ist im Gegensatz zur CT absolut strahlenfrei. Vielmehr greift diese Methode auf die Darstellung der im menschlichen Körper unterschiedlich angeordneten, an Wasser gebundenen Protonen zurück – mehr oder minder wird also die unterschiedliche Protonendichte im Körper dargestellt. Mithilfe der MRT können kontrastreiche und detaillierte Bilder von Weichteilgewebe oder des zentralen Nervensystems in allen drei Raumebenen gewonnen werden. So bietet sich die MRT z. B. für die Diagnostik von Kopf- und Wirbelsäulenerkrankungen sowie von Gelenkleiden an.

Der Vorteil der Methode liegt unter anderem auch darin, dass durch Veränderung der Geräteparameter verschiedene Gewebekontraste erzeugt werden können, die spezifische Krankheits- und Gewebediagnosen ermöglichen. So können bestimmte Hirntumore und auch andere krankhafte Veränderungen wie Hirninfarkt, Weichteilverletzungen oder Erkrankungen des muskuloskelettalen Systems mit der Kernspintomographie besser erkannt werden als mit der Computertomographie. Für die Unfalldiagnostik ist die CT aber weiterhin unverzichtbar. Der Kernspintomograph ist außerdem ungeeignet für Patienten mit Herzschrittmacher.

Wir bieten auch Mamma-MRT sowie Prostata-MRT.

Die computertomograpische Diagnostik und Therapie wird im Ludmillenstift mit einem CT modernster Bauart durchgeführt: einem 64-Zeiler-CT. Mit diesem Gerät lassen sich in kürzester Zeit Schnittbilduntersuchungen der gesamten Körperregion durchführen und in allen drei Raumebenen darstellen.

Während konventionelle Röntgenstrahlen den Körper "durchleuchten" und hauptsächlich das Knochengerüst abbilden, kann mithilfe des Computertomographen auch Weichteilgewebe dargestellt werden. Diese Methode bedeutet einen großen Fortschritt in der Krebsdiagnostik, der Schlaganfallsdiagnostik und der zügigen Diagnostik Schwerstverletzter.

Tumore und Metastasen können durch den Einsatz der Computertomographie ohne operativen Eingriff erkannt werden. Schlaganfälle können zügiger diagnostiziert werden und Mehrfachverletzte können ohne Zeitverlust untersucht und der oft lebensrettenden Therapie zugeführt werden.

Verödung des Grenzstranges unter CT-Kontrolle (sog. Sympathikolyse): Seit 2005 bietet das Ludmillenstift auch die Periradikuläre Therapie (PRT) an. PRT wird im Rahmen der Schmerztherapie von ausstrahlenden Schmerzen bei nachgewiesenen Verschleißerscheinungen und Bandscheibenvorfällen der Wirbelsäule angewendet. Hierbei werden unter Sichtkontrolle in der Computertomographie die Medikamente (in der Regel Lokalanästhetikum und Kortison) verabreicht. Das Verfahren wird sowohl an Halswirbelsäule als auch an der Lendenwirbelsäule minimalinvasiv ohne Vollnarkose durchgeführt.

Wir bieten auch CT-gesteuerte Abszessdrainagen

In der Angiographie (sog. DSA: Digitale Subtraktrionsangiographie) werden die Gefäße – meist die Arterien – des Körpers durch Einbringen von jodhaltigen Kontrastmitteln gezielt dargestellt. Dazu wird über die Leiste ein dünner Katheter bis in die gewünschte Gefäßregion vorgeschoben. Vor Ort wird in die Arterie jodhaltiges Kontrastmittel eingebracht, so dass die Gefäße der verschiedensten Körperregionen überlagerungsfrei dargestellt werden können. Im Krankenhaus Ludmillenstift wird die digitale Angiographie in Subtraktionstechnik an einer für neurologische und neurochirurgische Fragestellungen optimierten Zwei-Ebenen-Anlage durchgeführt. Durch dieses Verfahren können durch eine einzige Kontrastmittelgabe die interessierenden Gefäßregionen zeitgleich in zwei Ebenen abgebildet werden. Der Vorteil gegenüber einer herkömmlichen Ein-Ebenen-Anlage: weniger Zeitaufwand, weniger Komplikationen.

Z. B. Aufdehnung von Gefäßeinengungen der Becken- und Beinarterien, der Halsschlagader und der Hirnarterien im Schädelinneren; Interventionelle Behandlung von Hirngefäßaneurysmen und Hirngefäßmissbildungen; Interventionelle Therapie von Darmblutungen, Verschluss von Beckenarterien nach Unfällen usw.

Heutzutage ist der Radiologe oder Neuroradiologe nicht nur diagnostisch tätig, sondern bietet auch für verschiedenste Erkrankungen minimal-invasive Heilungsverfahren an, die gut unter dem Begriff „Schlüssellochchirurgie“ einzuordnen sind. Ein weites Betätigungsfeld sind dabei Eingriffe, in denen mithilfe von über die Leiste eingeführten Kathetern am gesamten Gefäßsystem des menschlichen Körpers Eingriffe vorgenommen werden können – und das oft sogar in lokaler Betäubung.

Bei der sog. „Schaufensterkrankheit“ liegt beispielsweise häufig eine Einengung einer Beinarterie vor, die mittels eines Ballons aufgedehnt und durch eine über den Katheter eingebrachte Gefäßstütze (sog. Stent)  dauerhaft beseitigt werden kann. Während früher für derartige Eingriffe zeitaufwendige chirurgische Operationen, unter Umständen mit Eröffnung der Bauchhöhle, notwendig waren, kann dieser minimal-invasive Eingriff heute ohne Narkose innerhalb kurzer Zeit durchgeführt werden. Häufig kann der Patient am Abend nach dem Eingriff bereits wieder das Krankenbett verlassen.

Auch andere Arterien, z. B. die Nierenarterien, können mit dieser Technik behandelt werden. Eine häufige Ursache für einen zu hohen Blutdruck ist beispielsweise die Einengung einer Nierenarterie, die problemlos in kürzester Zeit mit der Kathetertechnik behoben werden kann.

Ein relativ neues Fachgebiet ist die interventionelle Neuroradiologie. Sie erlaubt es beispielsweise, über die Leiste akute Blutungen im Gehirn zu behandeln, die z. B. durch Hirnarterienaneurysmen (das sind angeborene Aussackungen an den Hirngefäßen) oder durch eine angeborene oder erworbene Kurzschlussverbindung zwischen Hirnarterien und Hirnvenen (sog. zerebrale Angiome) verursacht werden, ohne dazu den Schädel eröffnen zu müssen.

Dazu wird über die Leistenarterie ein Mikrokatheter bis in die Arterien des Schädelinneren vorgeführt. Im Falle eines Hirnarterienaneurysmas wird dieses von innen verschlossen. Dazu werden durch den Mikrokatheter dünne Metallfäden, sog. Platinspiralen, in die Gefäßaussackungen eingebracht. Für die Hirnarterienaneurysmen ist wissenschaftlich eindeutig erwiesen, dass dieses minimal-invasive Verfahren dem üblicherweise durchgeführten operativen Eingriff, in dem das Aneurysma nach Eröffnung des Schädels durch einen Metallclip ausgeschaltet wird, überlegen ist.

Zerebrale Angiome

Auch zerebrale Angiome – hier handelt es sich um ein Gefäßkonvolut, das aus Kurzschlussverbindungen zwischen Hirnarterien und -venen besteht – können endovaskulär behandelt werden. In diesem Fall wird über einen Mikrokatheter, der in den Hirngefäßen bis zum Gefäßkonvolut vorgebracht wird, ein Gewebekleber in die Gefäßmissbildung injiziert. Durch diese Therapie können etwa 30-50 % der Fälle komplett endovaskulär, d. h. ohne offene Operation, behandelt werden. Falls eine komplette Ausschaltung des Angioms durch neuroradiologische Methoden nicht vollständig gelingt, kann nachfolgend eine gezielte Bestrahlung oder eine offene Operation zur endgültigen Ausschaltung des Angioms erfolgen.

Karotisstenose

Der ischämische Schlaganfall (Hirninfarkt) ist einer der häufigsten Krankheiten in Deutschland, die zu Behinderung oder Tod führen. Die Ursache ist oft eine Verengung einer der beiden das Gehirn versorgenden Halsschlagadern, der sog. Karotiden. Um bei einer bestehenden Einengung der Karotis das Schlaganfallrisiko wieder zu normalisieren, muss die Einengung (Stenose) des Gefäßes beseitigt werden. Das kann durch eine offene Operation geschehen, aber auch mittels endovaskulärer Therapieverfahren von der Leistenarterie aus. Bei der neuroradiologischen Therapie wird die Gefäßeinengung zunächst mit einem dünnen Draht (Mikrodraht) überwunden. Darüber wird eine Gefäßstütze in die eingeengte Gefäßregion (Stent) vorgebracht. Nach Einbringen des Stents wird die Einengung mit einem Ballon aufgedehnt, so dass nach der Prozedur der ursprüngliche Gefäßdurchmesser wiederhergestellt ist. Das „Karotisstenting“ ist ebenfalls eine minimal-invasive Operation, die in lokaler Betäubung ohne Narkose durchgeführt werden kann.

Intrakranielle Stenose der Hirnarterien

Auch intrakranielle, also im Schädelinneren gelegene Gefäßeinengungen können mit neuroradiologischen Methoden endovaskulär behandelt werden. Gefäßeinengungen der Hirnstammarterie, der sog. A. basilaris, sind beispielsweise lebensbedrohliche Erkrankungen, die ohne Behandlung schnell zu einem Gefäßverschluss der Hirnstammarterie, also einer Basilaristhrombose, führen können. Um diese oft tödliche Komplikation zu vermeiden, ist es heute möglich, diese Erkrankung durch Einbringen eines Stents und Aufdehnen mit einem Ballon dauerhaft zu beseitigen und damit dem Patienten die Hoffnung auf ein Weiterleben ohne Behinderung zu ermöglichen. Die Dilatation und das Stenten intrakranieller Gefäßstenosen ist die einzig mögliche Therapie, um den ursprünglichen Gefäßdurchmesser wiederherzustellen. Eine operative Therapie durch den Neurochirurgen oder Gefäßchirurgen ist innerhalb des Schädels nicht möglich.

Die Mammographie ist eine einfache und schnelle Röntgenuntersuchung der Brust, sie dauert nur wenige Minuten. Über die Aufnahmen lässt sich die normale, altersabhängige Beschaffenheit der Brust beurteilen und von krankhaften Veränderungen abgrenzen. Hierbei können Tumoren, die nicht tastbar sind, bereits im Frühstadium von drei bis fünf Millimeter Größe erkannt werden.

Das Potenzial der Mammographie liegt vor allem in der Darstellung von so genannten Mikroverkalkungen. Solche kleinen Verkalkungen können das erste sichtbare Zeichen für bösartige Tumoren in der Brust sein. Bei diesen Kalkherden handelt es sich nicht zwangsläufig um Bösartiges, sie können aber Hinweise auf Krebsvorstufen sein.

Leider ist die Qualität von Mammographien sehr unterschiedlich und die sichere Diagnosestellung oft schwierig. Das gilt insbesondere bei dem dichten Brustgewebe junger Frauen. Mit zunehmendem Alter einer Frau wird die Entdeckungsmöglichkeit von bösartigen Tumoren wegen der normalen Fettzunahme der weiblichen Brust besser.

Eine gute Bildqualität ist für die korrekte Auswertung von großer Bedeutung. Im Emsländischen Brustzentrum wird daher bereits die digitale Mammographie eingesetzt, die im Vergleich zum herkömmlichen analogen Verfahren (Aufnahmen auf Film) deutliche bessere Bilder bei einer geringeren Strahlenbelastung liefert.

Bei der Mammographie sollten folgende Punkte beachtetet werden:

  • Das gesamte Drüsengewebe, Brustwarze sowie Brustwand und ein Teil des Brustmuskels sollten optisch erfasst werden.
  • Die Brust sollte möglichst flach zusammengedrückt werden (geringste mögliche Strahlendosis bei optimaler Strahlendurchlässigkeit des Gewebes).
  • Es sollten zwei Aufnahmen in verschiedenen Ebenen durchgeführt werden: einmal von oben, einmal von seitlich/schräg (statt seitlich wie früher).
  • Die Bilder sollten von zwei Ärzten unabhängig voneinander beurteilt werden (Zweitbefundung).

In der nuklearmedizinischen Abteilung wird das gesamte Spektrum der bildgebenden nuklearmedizinische Diagnostik angeboten:

  • Untersuchung der Schilddrüse: Bestimmung der Laborparameter, Ultraschall-Untersuchung und gegebenenfalls Szintigraphie der Schilddrüse
  • Nebenschilddrüsenszintigraphie
  • Skelettszintigraphie
  • Myokard-Perfusionsszintigraphie in Ruhe und unter Belastung
  • Lungenperfusionsszintigraphie
  • Nierenfunktionsszintigraphie
  • FDG-PET-Untersuchung für die Tumor-Suche und das Tumor-Staging, Entzündungs-Suche

Ein Schwerpunkt der Abteilung ist die Hybrid-Bildgebung mit der Fusion der funktionellen nuklearmedizinischen Bilder mit den morphologischen Bildern der Röntgentechnik. Die Abteilung verfügt über die entsprechenden Kombinationsgeräte PET-CT und SPECT-CT. Auch die Fusion mit schon vorliegenden Schnittbildern der CT- und MRT-Technik ist technisch möglich.

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Konventionelle Radiologie, Mammographie
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Zertifizierungen und Mitgliedschaften

Das Krankenhaus Ludmillenstift ist Mitglied im Westdeutschen Teleradiologieverbund. Diese Plattform ermöglicht es, MRT-, CT- und Röntgenbilder schnell und sicher an angeschlossene Teilnehmer zu senden. Im Rahmen des Verbundes können so z.B. Zweitmeinungen eingeholt, Aufnahmen angefordert oder Patientenverlegungen vorbereitet werden.

Mehr zum Westdeutschen Teleradiologieverbund

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