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Zu einem Informationsabend über künstliche Ellenbogen- und Schultergelenke hat die Orthopädie, Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie des Ludmillenstifts eingeladen. Zu diesem Anlass fanden sich Interessierte und Betroffene im Hotel Greive in Haren ein.

 

Zunächst eröffnete der Koordinator des Meppener Endoprothesenzentrums, Oberarzt Bernd Schmitz, den Abend mit einem Vortrag über Schulterendoprothetik. Etwa 20.000-25.000 künstliche Schultergelenke werden pro Jahr in Deutschland eingesetzt – eine im Vergleich zu den 200.000 eingesetzten Hüftgelenken eine wesentlich geringere Zahl. Schmitz zeigte anschaulich die Anatomie der Schulter, berichtete über die Geschichte der Prothesenentwicklung, über Biomechanik und nannte die häufigsten Indikationen für den Einsatz eines künstliches Schultergelenkes: „Oft ist eine OP aufgrund von Brüchen, Arthrose oder Rheuma nötig.“ Auch Risiken und mögliche Komplikationen waren Thema. Letztendlich bestimme der Leidensdruck des Patienten die Therapie. „Wir operieren nicht nach Röntgenbildern sondern schauen immer ganz individuell, wie es dem Patienten geht. Wenn das, was das Leben für einen selbst lebenswert macht, aufgrund von Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen nicht mehr gegeben ist, dann sollte man über eine OP nachdenken“, betonte er.

Im Anschluss stellte der Chefarzt der Abteilung, Dr. med. Kai Günsche, endoprothetische Versorgungsmöglichkeiten am Ellenbogen dar. In Deutschland werden lediglich 450 künstliche Ellenbogengelenke pro Jahr eingesetzt. „Daran sieht man schon, wie selten dieser Eingriff ist.“ Das liege auch an der Komplexität des Gelenkes. Er stellte nicht nur verschiedene Prothesenmodelle vor, sondern ging auch auf andere Erkrankungen und Überlastungen, wie Golfer- oder Tennisarm ein. „Auf den Ellenbogen wirken hohe Kräfte und große Drehmomente. Eine Ellenbogenprothese hält höchstens 15 Jahre und auch mit dieser darf man höchstens 5-10 kg heben, sonst besteht die Gefahr der Lockerung.“ Daher sollte man in jedem Fall zunächst konservative Therapien ausschöpfen.

Zum Abschluss entwickelte sich eine lebhafte Diskussion zwischen den Zuhörern und Referenten, in der viele Fragen und Unsicherheiten erörtert und geklärt werden konnten. „Uns ist es wichtig, den direkten Kontakt mit den Betroffenen zu pflegen, damit ein größtmögliches Maß an Information weitergegeben werden kann, was vor allem den Patienten zugutekommt“, betonte Günsche. Die Patienteninformationsveranstaltung endete mit einem Besuch einer kleinen Industrieausstellung, in der die Gäste verschiedene Implantate und Instrumente in die Hand nehmen konnten, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Viele individuelle Fragen konnten in Vier-Augen-Gesprächen geklärt werden.    

 




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