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Nachdem mehr als 10.000 Kubikmeter Beton und 1.100 Tonnen Stahl verbaut worden sind, wurde in dieser Woche Beisein des Niedersächsischen Staatssekretärs Jörg Röhmann der Richtkranz auf den Rohbau des neuen Bettenhauses gesetzt. Er steht symbolisch für die vielen anderen Maßnahmen, die zurzeit umgesetzt werden, wie die Erweiterung des Funktionstraktes, die Neugestaltung des Haupteingangs und die Einrichtung einer Zentralen interdisziplinären Notaufnahme.

 

Ziel ist es vor allem, Platz zu schaffen, da durch den Ausbau des Leistungsspektrums des Krankenhauses die Zahl der Patienten in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat und hier entsprechende Kapazitäten zur Verfügung gestellt werden müssen.

„Es ist folglich in erster Linie eine Investition für unsere Patienten, aber durchaus auch für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Denn gleichzeitig soll mit dem Erweiterungsbau eine sinnvolle funktionale Verbesserung unserer Strukturen und Arbeitsabläufe erreicht werden“, betont Verwaltungsdirektor Wilhelm Wolken. Es gehe zum einen darum, Patienten zeitgemäß und komfortabel unterzubringen und zum anderen die Arbeitsabläufe zu verbessern, Behandlungswege zu verkürzen und Wartezeiten abzubauen. Insgesamt 40 Millionen Euro investiert das Ludmillenstift in die Neu- und Umbaumaßnahmen, um die Versorgungsziele für die jährlich über 100.000 stationären und ambulanten Patienten erfüllen zu können.

 

Bernd Grote, Leiter der Technischen Abteilung am Ludmillenstift Die Handwerker bereiten den Richtkranz vor. Ein Kran zog den Richtkranz bis auf das Dach des Bettenhauses. Die Handwerker verkünden den Richtspruch.

 

Das neue Bettenhaus mit 150 Betten schließt sich an das zuletzt errichtete Gebäude (Medizinische Frührehabilitation und Altersmedizin) an. Neben einer verbesserten Unterbringung in 1-, 2- und manchmal auch 3-Bett-Zimmern - die 4-Bett-Zimmer sollen nun endlich der Vergangenheit angehören - sollen die Patienten ihren medizinischen Bedürfnissen entsprechend gut versorgt werden können. Auch die Erweiterung des Funktionstraktes wird es in Zukunft mehr Platz für Patienten und Mitarbeiter geben. Hier sind bereits die Fenster eingesetzt, sodass in diesem Gebäudeteil schon bald der Innenausbau anlaufen kann. In diesem Trakt werden zusätzliche Räume für die Radiologie geschaffen. Zum Investitionsvolumen gehört auch ein neues MRT-Gerät nach der neuesten Generation. Ganz bedeutend sei es auch, dass in diesem Gebäude auch noch eine neue Intensivstation für die Innere Medizin untergebracht werden kann. „Denn neben den großen komplexen operativen Eingriffen, die im Hause durchgeführt werden, gibt es bei uns viele Patienten mit schwerwiegenden internistischen und neurologischen Erkrankungen, die eine adäquate intensivmedizinische Versorgung brauchen.“ Die Zahl der Beatmungspatienten habe durch den Ausbau des Leistungsspektrums des Krankenhauses deutlich zugenommen, sodass hier auch zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden müssen.

Auch am Haupteingang tut sich schon einiges. Hier ist bereits das Fundament für eine neue Eingangshalle gegossen worden, an der sich dann die neue Zentrale interdisziplinäre Notaufnahme anschließen wird. „Auch hier gibt es immer mal wieder einen Engpass, den wir mit dieser Neubau- und Erweiterungsmaßnahme beseitigen wollen“, so Wolken.

Aus dem Gesamtpaket dieser Neubau-, Erweiterungs- und Umbaumaßnahme konnte schon einiges abgeschlossen werden: So ist bereits im Rahmen der Erweiterung des OP-Zentrums ein neuer OP-Saal fertiggestellt und in Betrieb. Auch eine neue Aufwacheinheit mit 14 Plätzen gehört dazu. Die Tiefgarage ist bereits in Betrieb, ebenso wie ein neues Notstromaggregat mit einer Leistung von 1.200 kVA. „So können wir sowohl jetzt als auch in Zukunft im Notfall das Krankenhaus mit Strom versorgen.“ In diesem Zuge wurde auch ein eigenes gasbetriebenes Blockheizkraftwerk installiert, das 40 Prozent des Strombedarfes erzeugt und gleichzeitig auch die Wärme zur Beheizung des Hauses liefert. Auch die betriebseigene Kinderkrippe „Wallzwerge“ ist bereits in Betrieb.

Vertreter aus Politik und des Krankenhauses vor dem neuen Bettenhaus Etwa 90 Gäste nahmen an dem Richtfest teil.
Propst Blank, Vorsitzender des Kuratoriums am Krankenhaus Ludmillenstift, begrüßte die Gäste.
Eine Rohrpost mit Ziegelstein erinnert an die Veranstaltung am 12.10.2015.

 

„Wir freuen uns sehr darüber, dass wir heute ein weiteres Etappenziel erreicht haben und der Dachstuhl über dem Bettenhaus gerichtet werden konnte“. Die am Bau beteiligten Handwerksbetriebe kommen bisher fast alle aus dem Emsland. „Heute kann der letzte Balken aufgelegt werden. Alle aneinander gereiht ergeben eine Länge von sieben Kilometern. Allein das zeigt die Dimensionen dieser Maßnahme. Ich danke hier allen Betrieben für ihre wirklich gute und solide Handwerksarbeit“, betont der Verwaltungsdirektor.  

Staatssekretär Jörg Röhmann war vom Meppener Krankenhaus mehr als angetan. Bei einem Rundgang mit den Vertretern des Kuratoriums besuchte er das Neurozentrum. Priv.-Doz. Dr. med. Walter Möller-Hartmann, Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Wellmer und Priv.-Doz. Dr. med. habil. Christoph Tschan stellten das Neurozentrum vor, in dem unter anderem die Neuroradiologie, die Neurologie und die Neurochirurgie zusammenarbeiten. „Das Krankenhaus leistet eine hoch moderne und fortschrittliche Versorgung. „Hier wird täglich Großartiges geschafft. Das Krankenhaus ist fast schon ein Vollversorger und kein kleines Regelkrankenhaus“, zeigte sich Röhmann begeistert. Das Land Niedersachsen stelle deshalb gerne 15 Millionen Euro zur Verfügung. Mit der großen Baumaßnahme werde am Krankenhaus Ludmillenstift ein weiterer Meilenstein gesetzt.

 

Der Niedersächsische Staatssekretär Jörg Röhmann war sichtlich beeindruckt vom Krankenhaus Ludmillenstift. Bürgermeister Knurbein meinte, das Krankenhaus sei ein Segen für seine Patienten und die Stadt Meppen. Der Staatssekretär Röhmann nutzte die Gelegenheit und besuchte das Neurozentrum im Krankenhaus. Anhand von Bildern und eines Films zeigten die Chefärzte, welche Therapiemöglichkeiten es bei einem Schlaganfall gibt.

 

Schaue man sich die über 160-jährige Geschichte des Ludmillenstiftes an, habe es fast kein Jahr gegeben, indem nicht daran gearbeitet wurde, das Haus baulich und betrieblich optimaler zu strukturieren, wie auch Propst Dietmar Blank betonte. Von einem wichtigen Tag für das Meppener Krankenhaus sprach Landrat Reinhard Winter. „Hier wie auch an den anderen emsländischen Krankenhäusern werde ein ausgezeichnetes Leistungsspektrum vorgehalten“, betonte er. Mit der Großbaumaßnahme würden die Wettbewerbsfähigkeit des Hauses gestärkt und die Patientenzufriedenheit nachhaltig gesteigert.

Der medizinische Eigenversorgungsgrad im Landkreis Emsland hat sich einerseits aufgrund der erheblichen Anstrengungen der emsländischen Krankenhäuser und andererseits Dank der finanziellen Unterstützung seitens der Verantwortlichen deutlich und nachhaltig verbessert und liege heute bei etwa 80 Prozent. Der Landkreis habe immer wieder mit dazu beigetragen, „dass eine gute und flächendeckende Gesundheitsversorgung durch Krankenhäuser gesichert ist“. Dazu seien seit der Kreisreform insgesamt mehr als 300 Millionen Euro in die Krankenhäuser investiert worden. Allein für die laufenden  Baumaßnahmen beim Ludmillenstift habe der Kreistag des Landkreises Emsland Fördergelder in Höhe von insgesamt fünf Millionen Euro bereitgestellt. Meppens Bürgermeister Helmut Knurbein meinte: „Das Krankenhaus ist ein Segen für seine Patienten und natürlich auch für die Stadt Meppen.“ Bei allem technischen Fortschritt ist für Knurbein die menschliche Zuwendung zu den Patienten wichtig. „Sie ist so wertvoll, weil sie freiwillig ist und nicht verordnet werden kann.“ Maßnahmen wie die aktuelle geben nach außen Impulse und setzen Zeichen, „um sich in Gegenwart und Zukunft auch über die Region hinaus optimal zu positionieren“.

Krankenhaus Ludmillenstift - Ludmillenstraße 4-6 - 49716 Meppen - Telefon 05931 152-0 - Fax 05931 152-1029 - info@ludmillenstift.de