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Der Lungenkrebs bleibt eine nur schwer heilbare und häufig auch erst spät erkannte Erkrankung, auch wenn es hier deutliche Fortschritte in der Therapie gibt. Dr. med. Clemens Ertner, Chefarzt der Thoraxchirurgie am Ludmillenstift, erklärt, wie Lungenkrebs erkannt wird und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.


Die Zahl der Patienten, bei denen die Erkrankung zu einem Zeitpunkt diagnostiziert wurde, in dem eine Heilung noch möglich ist, bleibt weiter relativ klein.

Umso wichtiger ist es, den typischen Symptomen wie einem über mehrere Wochen andauernden Husten oder sogar Abhusten von Blut als auch Gewichtsabnahme und Luftnot nachzugehen und die Diagnostik einzuleiten. Diese umfasst in erster Linie die Röntgenuntersuchung des Brustkorbes und auch die Computertomografie. Weiter wichtig ist die Bronchoskopie (Lungenspiegelung) für die Gewinnung von Proben aus dem Tumor, die dann durch den Pathologen untersucht werden.


Das PET-CT, eine nuklearmedizinische Untersuchung, ist in der Lage, Fernabsiedlungen des Tumors zu zeigen, wenn sie eine gewisse Größe (ca. ab 5 mm) überschreiten. Dargestellt wird der erhöhte Stoffwechselumsatz von Tumorzellen, wobei hier radioaktiv markierter Zucker zum Einsatz kommt. Weitere Untersuchungen wie eine MR-Untersuchung des Kopfes können erforderlich sein.


Da die erfolgreichste Therapie die Operation ist, muss auch überlegt werden, ob nicht trotz des Auftretens von einzelnen Fernabsiedlungen - auch z.B. in der Nebenniere oder dem Gehirn - eine Operation des Tumors möglich ist, nachdem die Metastasen zuvor entfernt wurden. Entscheidend bleibt bei der OP-Planung jedoch die Frage, ob der tumortragende Lungenteil überhaupt entfernt werden kann und die verbliebene Lunge für die Aufrechterhaltung der Atemfunktion ausreicht. Häufig liegt eine Lungenerkrankung (COPD) vor, die einen operativen Eingriff dann nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt möglich macht. Die intensive Atemgymnastik vor dem Eingriff kann die Situation deutlich verbessern und gehört zum Repertoire vieler Thoraxchirurgien, so auch bei uns,  dazu.
Die Operation wird, wenn von der Tumorlage möglich, lungengewebssparend durchgeführt. Hier helfen OP-Verfahren wie Eingriffe an den Luftwegen, um die hinter dem Tumor gelegenen gesunden Lungenanteile zu erhalten. Manchmal wird man erst operieren können, wenn zuvor eine Chemotherapie und/oder  eine Bestrahlungsbehandlung durchgeführt wurde. Bei kleinen Tumoren kann die Entfernung des Lungenlappens in der Regel durch einen Schlüssellocheingriff - die sogenannte VATS-Lobektomie - erfolgen. Hier wird die Entfernung unter Kameraführung vorgenommen. Die Nachsorgeuntersuchungen werden über einen Zeitraum von 5 Jahren durchgeführt, der Abstand zwischen Ihnen verlängert sich in Intervallen.


Heutzutage werden in der pathologischen Untersuchung des Tumors genetische Veränderungen mituntersucht, die im Einzelfall auch eine weitere Behandlungsoption des Tumors bei Wiederauftreten bieten können. Grundlage der gesamten Diagnostik und Therapie sind die laufend weiterentwickelten sogenannten S3-Leitlinien zur Behandlung des Bronchialkarzinoms, die dem neuesten Stand der medizinischen Erkenntnis entsprechen und auf sehr vielen Studien basieren, deren Ergebnisse in diesen Leitlinien für den klinischen Alltag zusammengefasst werden. Trotzdem bleibt das individuelle Vorgehen und dieDr. med. Clemens Ertner, Chefarzt der Thoraxchirurgie dem Patienten und seinen Lebensumständen angepasste Behandlung das Ziel; die Leitlinien helfen dabei, bestmögliche Ergebnisse zeit- und ressourcensparend zu erreichen und unsinnige Therapien im Sinne des Patienten zu vermeiden.
 

 

  


 

 

 

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