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Arthrose gehört zu den häufigsten Erkrankungen im Alter. Jeder Dritte über 60 und jeder Zweite über 80 Jahren leidet daran. Unter dem Titel „Brauche ich ein künstliches Gelenk?“ hatte das Ludmillenstift kürzlich zu einer Informationsveranstaltung ins Hotel von Euch geladen. Etwa 80 Interessierte nutzten den Abend, um sich über Arthrose im Knie- und Hüftgelenk zu informieren.

 
„Arthrose ist nicht heilbar. Aber es gibt einige Behandlungsmethoden, mit denen man den Verlauf verzögern kann. Ein künstliches Gelenk steht erst am Ende einer Reihe von Möglichkeiten“, erklärte Bernd Schmitz, Oberarzt der Orthopädie, Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie. Der Arzt referierte über Hüftgelenksarthrose, während Chefarzt Dr. med. Kai Günsche sich an diesem Abend der Kniegelenksarthrose widmete. Zuerst stellten beide den Aufbau und die Funktion der beiden Gelenke vor. Im Anschluss ging es um Symptome und Krankheitsverlauf. Zunächst sollte man konservative Möglichkeiten ausschöpfen, wie zum Beispiel Mobilisation, Muskelkräftigung, Physiotherapie oder auch eine Gangschulung oder die Versorgung mit Schuheinlagen. Bei Kniegelenksarthrose besteht die Möglichkeit einer Spiegelung, um den Knorpel zu glätten. Der Patient sollte mit seinem Arzt den eigenen Lebensstil unter die Lupe nehmen, eventuell über eine Gewichtsreduktion und eine Ernährungsumstellung nachdenken. Die Einnahme von Schmerzmitteln ist eine weitere Möglichkeit der konservativen Therapie.
 
Ist der subjektive Leidensdruck des Patienten zu groß, kann über den Einsatz eines künstlichen Gelenkes nachgedacht werden. Eine gezielte Diagnostik durch Röntgen sei unerlässlich. Bei besonderen Fragestellungen oder unklaren Befunden könne man zusätzlich die Sonographie, CT oder MRT-Diagnostik einsetzen, um das Ausmaß der Arthrose festzustellen. „Aber wir operieren kein Röntgenbild, sondern den Patienten. Daher ist eine detaillierte Anamnese besonders wichtig. Welche Leidensgeschichte hat der Patient hinter sich, wie aktiv ist er normalerweise?“ machte Schmitz deutlich. Auf dem Markt gebe es mittlerweile ganz unterschiedliche Prothesenmodelle, die zum Beispiel zementiert, zementfrei oder hybrid sind, also eine Form aus beidem darstellen. Welches Implantat dann letztendlich verwendet werde, werde ganz individuell mit dem Patienten besprochen und auf seine Bedürfnisse und dem Aktivitätsniveau angepasst. Auch auf mögliche Komplikationen, wie Infekte oder Prothesenlockerung gingen die Ärzte ein. Im Anschluss nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, sich unterschiedliche Modelle in einer Industrieausstellung anzuschauen. „Oft erlangen Patienten durch eine OP eine völlig neue Lebensqualität, da sie durch ihre Arthrose jahrelang Schmerzen erleiden mussten“, resümierte Günsche. 

 

Dr. med. Kai Günsche, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie, und Bernd Schmitz, Oberarzt, referierten zum Thema Arthrose  Etwa 80 Zuhörer verfolgten die Vorträge.

 


 

 

 

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