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Der Hirninfarkt ist eine der folgenschwersten Erkrankungen. Er ist die vierthäufigste Todesursache in Deutschland, die häufigste Ursache von Behinderung und die teuerste Erkrankung in Industrienationen. Mit zunehmender Alterung der Bevölkerung nimmt er an Häufigkeit zu, betrifft aber nicht nur alte Menschen.

 

Die Ursache des Hirninfarktes ist ein Gefäßverschluss durch ein Gerinnsel oder eine Erkrankung des Gefäßes selbst. Damit kann das Hirngewebe nicht mehr mit Blut versorgt werden. Das Gehirn reagiert sehr empfindlich auf Durchblutungsstörungen. Ist die Blutversorgung und damit die Versorgung mit lebenswichtigem Sauerstoff für nur kurze Zeit unterbrochen, stirbt das Nervengewebe ab. "Nervengewebe kann sich aber nicht wie Haut, Leber oder andere Organe neu bilden", erklärt Priv. Doz. Dr. med. Andreas Wellmer, Chefarzt der Neurologie. "Die Nervenzellen, die wir seit der Geburt haben, müssen ein ganzes Leben halten."

 

Beim Hirninfarkt kommt es aus dem Nichts heraus zu einer schweren körperlichen Beeinträchtigung mit Lähmungen, Sprachstörungen, Wahrnehmungs- und Gedächtnisstörungen oder Sehstörungen. Das Ausmaß der Behinderung ist oft so schwer, dass ein selbständiges Leben nicht mehr möglich ist. Manchmal löst sich das Gerinnsel von selbst wieder auf und die Symptome bilden sich zurück. Ist ein großes Hirngefäß verschlossen, sind die Chancen hierfür jedoch sehr gering. Durch eine Gerinnsel auflösende Therapie kann der Arzt in den ersten 4,5 Stunden eine Schadensbegrenzung erreichen. Je schneller das Gefäß wieder durchgängig ist, umso größer ist der Erfolg. Vor einer solchen Therapie muss der Arzt jedoch mit einer Computertomographie ausschließen, dass eine Blutung ins Gehirn Ursache der Symptome ist, da eine solche Therapie dann lebensgefährlich wäre und nicht helfen würde. Zeit ist also ein wichtiger Faktor in der Therapie der Hirninfarkte.

 

"Wenn solche Symptome auftreten, muss sofort der Rettungsdienst gerufen werden, damit der Betroffene möglichst schnell ins nächste Krankenhaus mit neurologischer Expertise gebracht werden kann", betont der Chefarzt. Flächendeckend gibt es in Deutschland für diese Therapien Schlaganfalleinheiten. In diesen Abteilungen sind die Abläufe der Behandlung so trainiert, dass es keine Verzögerungen gibt. In einigen wenigen Spezialabteilungen, wie auch im Krankenhaus Ludmillenstift Meppen, gibt es zudem die Möglichkeit, mit Kathetern die Gerinnsel aus dem Gefäß herauszuziehen. Diese Behandlung ist erfolgreicher bei Verschlüssen großer Gefäße als die Behandlung mit einer auflösenden Infusion allein. Für solche Therapien werden geeignete Kandidaten sogar aus anderen Krankenhäusern nach Meppen verlegt. So geschah es erst kürzlich mit einer Frau aus Rheine, die von ihrem Sohn im Bad mit Unfähigkeit zu sprechen sowie einer kompletten Lähmung der rechten Körperhälfte gefunden wurde. Sie wurde mit dem Hubschrauber von den Notärzten nach Meppen gebracht und konnte die Klinik nach einer Woche mit einer geringen Feinmotorikstörung der rechten Hand, die nur beim Schreiben auffiel, wieder entlassen werden. Wäre die Sache anders ausgegangen, hätte dies lebenslange Pflegebedürftigkeit bedeuten können. 

 

"Als Neurologe kann ich immer wieder betonen, wie wichtig es ist, im Falle von plötzlich aufgetretenen Lähmungserscheinungen oder anderen neurologischen Symptomen sofort den Rettungsdienst zu rufen. Jede Minute Verzögerung verringert die Chance den Untergang von Hirngewebe zu verhindern", so Wellmer. Also nicht darauf warten, ob sich die Symptome wieder zurückbilden. "Selbst wenn sich Symptome zurückgebildet haben, muss sofort eine Untersuchung im Krankenhaus folgen, um die Ursache zu erkennen und zu behandeln, damit ein richtiger Infarkt verhindert wird. Solche kurzzeitigen Durchblutungsstörungen sind ernst zu nehmende Warnhinweise. Die meisten Hirninfarkte treten in den ersten 7 Tagen nach solchen Warnsymptomen auf."

Krankenhaus Ludmillenstift - Ludmillenstraße 4-6 - 49716 Meppen - Telefon 05931 152-0 - Fax 05931 152-1029 - info@ludmillenstift.de