
| "Sicherheit für unsere Frühchen geht vor" |
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„Es geht um maximale Sicherheit und nicht um den Ausbruch einer Krankheit“, betont Wilhelm Wolken, Verwaltungsdirektor des Ludmillenstifts. Eine Routineuntersuchung hatte am Donnerstag ergeben, dass fünf Säuglinge der Frühgeborenen-Intensivstation den Keim ESBL-E.coli in sich tragen. Den Kindern geht es gut, keines ist infiziert. Damit sich der Keim nicht auf andere überträgt, gelten verschärfte Hygienemaßnahmen. Außerdem werden als Vorsichtsmaßnahme in den nächsten Tagen keine Frühchen aufgenommen. Normale Entbindungen sind aber weiterhin möglich.
ESBL-E.coli ist in der Bevölkerung weit verbreitet und macht im Normalfalll nicht krank. Zwangsläufig hat daher jedes Krankenhaus mit diesem Keim zu kämpfen. „Das ist mittlerweile ein gesamtgesellschaftliches Thema, das in Zukunft noch an Bedeutung zunehmen wird. Die Krankenhäuser müssen sich dieser Problematik stellen und geeignete Maßnahmen finden, um in der Zukunft damit umzugehen“, so Verwaltungsdirektor Wilhelm Wolken. Im Ludmillenstift geht daher die Sicherheit vor: „Unsere Patienten müssen sich auf uns verlassen können, deshalb gilt die maximale Vorsorge“, macht Dr. med. Jan-Gerd Blanke, Chefarzt der Neonatologie, deutlich. Es sei verständlich, wenn einige werdende Mütter nun unsicher seien. „Mutter und Kind sind in unserem Ludmillenstift aber weiterhin sehr gut aufgehoben. Die betroffenen Säuglinge sind isoliert. Es besteht kein Grund zur Sorge“, erklärt Dr. med. Jan-Gerd Blanke.
Von Anfang an hat das Ludmillenstift mit den Behörden zusammengearbeitet. Gemeinsam mit dem Gesundheitsamt wird seit Donnerstag nach der Quelle des Keims gesucht. Alle Personen, die Kontakt zu den Frühchen hatten, wurden untersucht. Die Ergebnisse werden in den nächsten Tagen erwartet. „Das Ludmillenstift hat sich vorbildlich verhalten, uns sofort informiert und verschärfte Hygienemaßnahmen eingeleitet“, erklärt Dr. Birgit Stoßberg, Leiterin des Kreisgesundheitsamtes. Auch das Landesgesundheitsamt in Hannover wurde eingeschaltet und hat sich bereits vor Ort über die Situation informiert.
ESBL ist die Abkürzung für „extended spectrum beta lactamase“. Dabei handelt es sich um Bakterien, die ein Enzym bilden, das sogenannte Beta-Lactam-Antibiotika inaktiviert. Zu diesen Bakterien, die ESBL bilden, gehören unter anderem E.coli und Klebsiellen. Die Übertragung von ESBL-E.coli erfolgt in der Regel über den Kontakt von Mensch zu Mensch. „Der hier gefundene ESBL-E.coli-Keim ist nicht identisch mit dem in Bremen auf der Neonatologie vor einigen Monaten nachgewiesenen ESBL-Klebsiella-Keim“, erklärt Dr. med. Jan-Gerd Blanke. „Das einzige, was die beiden gemeinsam haben, ist die übergeordnete Gruppe der ESBL-Erreger. Der Klebsiella-Keim ist im Gegensatz zum EBSL-E.coli sehr gefährlich.“ |
| Zuletzt aktualisiert am 12.05.2012 |
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