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Krankenhaus Ludmillenstift

Ludmillenstift im Zwillingsglück Plus Minus Drucken

11.01.2012 Fünf Zwillinge sind innerhalb von 17 Tagen im Krankenhaus Ludmillenstift geboren. 

 

Fünf Mal im Doppelpack: Heidi und Jan mit Mutter Nicole Gerdes, Ben und Sara mit Mutter Ruth Tegeder, Christina Jakobs, Sandra Bild (Neonatologie), Rita Müßing (leitende Hebamme), Dr. med. Jan-Gerd Blanke (Chefarzt Neonatologie), Lukas und Mathilda mit ihrer Mutter Daniela Hackmann, Mattis und Marta mit Mutter Simone Kämper und Vater Martin Kristen, Priv.-Doz. Dr. med. Jörn Siemer (Chefarzt Geburtshilfe), Anita Wolken und Birgit Kötter (Wöchnerinnenstation) sowie Patrik und Jana mit ihren Eltern Helena und Jürgen Winter.  

 

Die kleine Sara schläft seelenruhig in den Armen von Mama Ruth. Im Bettchen liegt ihr Bruder Ben, eingekuschelt in eine warme Decke. Ruth Tegeder und ihr Partner Holger Eilermann aus Werlte sind am 5. Januar Eltern von Zwillingen geworden – eines von fünf Pärchen, das innerhalb von gut zwei Wochen im Krankenhaus Ludmillenstift das Licht der Welt erblickt hat. Normalerweise kommen im Ludmillenstift im Schnitt ein bis zwei Zwillingspärchen im Monat auf die Welt. „Das ist ein regelrechter Zwillingsboom“, freut sich Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. Jörn Siemer.

 

„Es ist einfach nur fantastisch“, strahlt Simone Kämper aus Meppen, die durch ihre Zwillinge zum zweiten und dritten Mal Mutter geworden ist. Mattis und Marta kamen natürlich, also spontan, zur Welt. Marta war sogar ein Kind in Beckenendlage, aber bei der Geburt verlief alles bestens. Ist bei einer natürlichen Geburt das erste Kind da, zeigt eine Ultraschalluntersuchung, wie das zweite Kind liegt. „Frau Kämper hat das wirklich super gemacht“, gibt Dr. Siemer anerkennend zu, „schließlich ist eine Zwillingsgeburt für sich schon eine große Sache.“ Bringt eine Frau mehr als ein Kind gleichzeitig zur Welt, gibt es den sogenannten „großen Bahnhof“: Ein erfahrener Arzt und eine Hebamme sind dabei, außerdem ist der Kinderarzt bereit und Narkosearzt und OP wissen Bescheid, falls es zu einem Kaiserschnitt kommt.

 

Die Zahl der Mehrlingsgeburten hat in den vergangenen Jahren zugenommen. „Das liegt vor allem an der Reproduktionsmedizin“, weiß Siemer. Heute gebe es viel mehr Möglichkeiten, Paaren ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Grundsätzlich sind Zwillingsschwangerschaften im Schnitt zwei Wochen kürzer. „Zwillinge sind einer höheren Kortisonausscheidung, also positivem Stress ausgesetzt. Dadurch reifen sie schneller. Das bedeutet auch eine kürzere Belastung für die Mutter. Denn eine Zwillingsschwangerschaft ist anstrengend und meist komplizierter als eine normale Schwangerschaft. „Zwillingsgeburten sind nicht in jedem Krankenhaus möglich“, betont der Chefarzt. Die Geburtshilfe mit der Präntalmedizin hat die höchste Versorgungsstufe (Level I) und betreut Frühchen ab der 24. Schwangerschaftswoche. In der neonatologischen Intensiveinheit werden akut gefährdete Neugeborene sowie kleinste Frühgeborene intensiv versorgt. Zwei Zwillingspärchen liegen zurzeit hier. Lukas und Mathilda, die Kinder von Daniela und Heinz-Peter Hackmann aus Geeste und Heidi und Jan, die Zwillinge von Nicole und Christian Gerdes aus Haren. Lukas und Mathilda wurden in der 35. Schwangerschaftswoche geboren und wogen 2.300 bzw. 2.600 Gramm bei der Geburt. „Bei Lukas mussten wir die Herzfrequenz intensiv überwachen. Aber zum Wochenende können die beiden wahrscheinlich nach Hause“, so Chefarzt Dr. med. Jan-Gerd Blanke. Nach mehr als zwei Wochen auf der Intensivstation freuen sich Daniela und Heinz-Peter auf das Leben zu Hause. Bruder Mathis ist schon ganz gespannt auf seine neuen Geschwister. Heidi und Jan wurden am zweiten Weihnachtstag geboren und wogen 2.200 bzw. 1.600 Gramm bei der Geburt. Im Vergleich zu den anderen Zwillingen wirken sie noch kleiner und zerbrechlicher.

 

Für alle Zwillingseltern heißt es jetzt doppelt so viel Windeln wechseln, doppelt so viel stillen und Fläschchen geben und wahrscheinlich viele kurze Nächte. Strampler, Pampers, Kinderwagen – alles wird doppelt so oft gekauft. „Die ersten Tage waren schon anstrengend“, gibt auch Helena Winter aus Lathen zu. Sie und ihr Mann Jürgen sind seit dem 6. Januar Zwillingseltern von Patrik und Jana. Noch befindet sich die frisch gebackene Familie auf der Wöchnerinnenstation des Ludmillenstifts. „Aber die Unterstützung der Schwestern und Stillberaterinnen ist wirklich großartig. Alle sind sehr nett und stehen einem immer mit gutem Rat zur Seite.“ Die große Herausforderung kommt erst nach dem Krankenhausaufenthalt. „Die Familien müssen erst ihren richtigen Rhythmus finden. Schließlich ist es eine völlig neue Lebenssituation“, erzählt Stationsleiterin Anita Wolken. „Aber damit sind sie nicht allein. Es gibt Hilfen, die die Zwillingseltern in Anspruch nehmen können.“ So kommt die Hebamme regelmäßig zu Hause vorbei. Außerdem gibt es das „Kiebiz“, das Kinder- und Eltern Beratungs- und Informationszentrum, das eine Wegbegleitung für Schwangerschaft, Geburt und das Leben mit Kindern anbietet. Im Kindernetz Emsland arbeiten Kinderärzte, Hebammen und Kinderkrankenschwestern zusammen und beraten die Eltern bei finanziellen oder familiären Problemen, kümmern sich um Betreuungsangebote wie Wochenbett-Betreuungen oder vermitteln Kontakte zu Eltern-Kind-Gruppen oder den Frühchen-Eltern im Emsland. Über die Krankenkasse kann zusätzlich eine Haushaltshilfe eingestellt werden.

Zuletzt aktualisiert am 11.01.2012 Zurück

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